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Die Apotheke kompetent führen

Die ideale Führungskraft muss für hohe Motivation, Leistungsbereitschaft und Zusammenhalt im Team sorgen. Doch das ist gar nicht so leicht. Damit dies gelingt, sollten durch ein entsprechendes Führungsverhalten die richtigen Weichen gestellt werden.

Andere zu führen, ist gar nicht so leicht. Denn die ideale Führungskraft hat die Arbeitskraft eines Pferdes, die Diplomatie eines Botschafters, den Optimismus eines Schiffbrüchigen, die Geduld einer Erzieherin, die Würde eines Staatsmannes, die Findigkeit eines Rechtsanwaltes, die Kreativität eines Künstlers und das Lächeln eines Filmstars. Als Führungskraft sind also Fähigkeiten gefordert, die weit über die fachliche Kompetenz hinausgehen.

Führungspersönlichkeiten müssen zudem in der Lage sein, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern respekt- und vertrauensvoll umzugehen. Sich dieser Herausforderung zu stellen, ist die Aufgabe von heutigen Chefinnen oder Chefs. Mittel- und langfristig werden nur die Apothekeninhaber/- innen die Nase im Wettbewerb vorne haben, die das erkannt haben und umsetzen.

Gute Führungskräfte müssen nicht perfekt sein – sondern menschlich

Denn wer als Führungskraft perfekt sein will, um damit alle auftretenden Situationen zu beherrschen, wird schnell an seine Grenzen stoßen. Führungskräfte, die danach streben, können sich keine Blöße geben, dürfen keine Schwächen zeigen, müssen immer Herr der Lage sein, unangreifbar und unverwundbar. So etwas ist im Alltag schlichtweg unmöglich.

Im Umgang mit Mitarbeitern ist die natürliche, authentische Führungskraft mit all ihren persönlichen Facetten gefragt und weniger der alles beherrschende Superman oder die immer alles im Griff habende Superwoman. Das Zauberwort für Führungskräfte heißt Authentizität. Eine authentische Chefin und ein authentischer Chef sind echt und glaubwürdig.

Das sind die Merkmale einer „guten Führungskraft“

Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Vorstellungen darüber, welche Eigenschaften bei einer Führungskraft besonders wichtig oder wertvoll sind. Ein allgemeingültiges Bild ist daher nicht vorhanden. Punkte wie Motivation, selbstbewusstes Auftreten, soziale Kompetenz, Fachkompetenz, organisatorisches Geschick und Kommunikationsfähigkeit sind aber Faktoren, die eine wichtige Rolle spielen.

Gleichgültig, ob Sie als Chef positive oder negative Verhaltensweisen vorleben: Es bleibt nicht ohne Folgen, sondern wird wahrgenommen und hinterlässt bei Ihren Mitarbeitern Spuren. Das wirkt sich zum einen auf Ihr Image als Vorgesetzter und zum anderen auf das Engagement, die Motivation, die Kooperation und das zwischenmenschliche Klima aus. Ihr Team spiegelt wider, wie Sie als Persönlichkeit und als Führungskraft sind und wirken. Sie prägen Formen und Auftreten Ihrer Mitarbeiter. Es lohnt sich deshalb, näher hinzugucken, und Ihre Einflussmöglichkeiten konstruktiv zu nutzen.

Führen mit Herz und Verstand

Motivation, Engagement und Interesse an der Arbeit lassen sich nicht einfach verordnen. Sie gehören deshalb zur Grundvorbildfunktion jeder Führungskraft. Geht man hier nicht mit gutem Beispiel voran, darf man nicht erwarten, dass Mitarbeiter sich ihrerseits aktiv und offen zeigen. Wer selbst mit schlechter Laune seine Apotheke betritt und gleich mürrisch auf Fehler hinweist, sollte sich nicht wundern, wenn das Klima im Team plötzlich rauer wird. Und auch die persönliche Einstellung der Führungskraft zur Arbeit wird vom Team feinfühlig wahrgenommen.

Sätze des Chefs oder der Chefin wie: „Das schaffe ich heute alles gar nicht“, oder „Heute habe ich überhaupt keine Lust“, wirken nicht motivierend auf ein Team. Was Sie sich an Engagement, Motivation und Interesse an der Arbeit nicht selbst abverlangen, dürfen Sie auch nicht vom Team erwarten. Das gilt auch für Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und die Einhaltung von Zusagen und Versprechungen.

Nettes Grüßen, Freundlichkeit, „Danke“, „Bitte“ und im Bedarfsfall eine Entschuldigung sind die einfachsten Umgangsformen, die eine Führungskraft beherrschen muss. Durch ein aktives Kommunizieren signalisieren Sie zugleich dem Team, wie wichtig Ihnen der persönliche Umgang miteinander ist. Aber auch die aktive Informationsweitergabe ist ein Vorbildfaktor, der nicht zu unterschätzen ist. Wer als Chefin oder Chef nicht umfassend und klar informiert oder Informationen nur bestimmten Mitarbeitern zukommen lässt, kann auch von seinem Team einen regelmäßigen und konstruktiven Informationsaustausch nicht erwarten.

Richtig führen: Wie Führungskräfte mit Fehlern umgehen sollten

Wo Menschen arbeiten, passieren auch immer Fehler. Ein professioneller und vor allem offener und ehrlicher Umgang mit solchen Situationen ist als Führungskraft unabdingbar. Wer als Chefin oder Chef nur nach Schuldigen und nicht nach Lösungen und Wegen sucht, wie Fehler zukünftig vermieden werden können, wird auch vom Team mehr Schuldzuweisungen als Lösungsvorschläge erhalten. „Das war ich nicht“ ist nämlich meistens eine Antwort auf die zu oft gestellte Frage: „Wer war das?“

Nur wenn Mitarbeiter das Gefühl haben, sich auch bei Fehlern vertrauensvoll an die Führungskraft wenden zu können, werden Sie sich auch so verhalten. Gleiches gilt natürlich, wenn Ihnen ein Fehler unterlaufen ist. Stehen Sie dazu, ohne etwas zu verschleiern!

Personal fordern durch klare Ziele

Die klassische Aufgabe einer Führungskraft zur Bewältigung des Tagesgeschäfts und der Umsetzung von Zielen ist es, dass Personal anzuleiten und in die Lage zu versetzen, die anfallenden Arbeiten optimal zu erledigen. Menschen, die verstehen und begreifen, warum diese oder jene Arbeit für die Apotheke oder den alltäglichen Ablauf so wichtig ist, identifizieren sich mit ihrem Tun wesentlich intensiver

Dazu braucht es Informationen zu Inhalt und Konsequenzen genauso wie Verständnis und Einverständnis. Das gehört zu den zentralen Aufgaben einer Führungskraft. Ob im Jahresgespräch vereinbart oder als Zuständigkeit übernommen, immer benötigen Mitarbeiter/-innen klare Anweisungen und Ziele, um entsprechende Aufgaben optimal bewerkstelligen zu können.

Als Führungskraft müssen Sie dafür sorgen, dass Mitarbeiter genug Licht, Sonne und Wasser bekommen, um sich zu entwickeln und wachsen zu können. Wenn Sie Ihren Mitarbeitern nicht ermöglichen, zu wachsen, werden Sie diese möglicherweise verlieren. Schaffen Sie deshalb die Rahmenbedingungen, in denen sich Ihr Personal entwickeln kann und sich auf neue Herausforderungen freut. Denn nur so kommen Menschen in der Lage, die übertragene Verantwortung zu tragen. Solche Mitarbeiter wachsen, entwickeln Ideen für Verbesserungen und Neues und tragen aktiv zum Gelingen bei.

Führen, heißt auch, fördern

Ein entscheidender Schlüsselfaktor für Motivation und Erfolg ist eine passende Förderung. Versetzen Sie durch Schulungen, Trainings und interne Fortbildungsmaßnahmen jedes Teammitglied in die Lage, die übernommenen Funktionen und Aufgaben optimal zu erfüllen. Die individuelle Förderung von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist eine gute und notwendige Investition, um langfristig im wachsenden Wettbewerb mithalten zu können.

Dabei gilt: Ob Wasserträger oder Mannschaftskapitän, Nachwuchsspieler oder alter Hase – jedes Teammitglied erfüllt eine wichtige Aufgabe. Achten Sie deshalb darauf, dass Einzelne nicht zu sehr im Vordergrund stehen, denn in deren Schatten leiden das Verantwortungsgefühl und die Einsatzbereitschaft der anderen. Lassen Sie vermeintlich weniger wichtigen Mitspielerinnen und Mitspielern nicht weniger Förderung zukommen – ohne die kleinen Beiträge sind auch die großen oft unmöglich. Der Star ist die Mannschaft!

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