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BWL-Grundlagen für Apotheker von A bis Z

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen sind ein entscheidender Faktor für Ihren Apotheken-Erfolg. Nur wer die BWL-Grundlagen versteht, kann diese optimal für sich nutzen – von Absatz über OTC bis Wareneinsatz. Das BWL-Lexikon für Apotheker.

Kompetenz gehört zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren einer Apotheke. Das umfasst neben Ihrem Beratungs-Know-how auch betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Was muss ich bei der OTC-Kalkulation beachten? Ab wann lohnt sich eine Preissenkung? Was bedeutet Mehrverkauf? Selfmedic stellt Ihnen die wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen vor.

BWL-Grundlagen kompakt zusammengefasst

A wie Absatz: Der Absatz bezeichnet die Gesamtanzahl der abgegebenen Produkte. Eine durchschnittliche Apotheke verkauft etwa 70.000 Packungen pro Jahr. Davon entfallen 32.000 Packungen auf verschreibungspflichtige Arzneimittel (AM), 7.000 Packungen auf rezeptfreie verordnete AM, 28.000 Packungen auf apothekenpflichtige nicht verordnete AM und 3.000 Packungen auf die freiverkäuflichen AM.

B wie Bruttonutzenkennziffer:Die Bruttonutzenkennziffer ergibt sich aus dem Kalkulationsaufschlag multipliziert mit der Umschlagshäufigkeit – und gehört ebenfalls zu den entscheidenden BWL-Grundlagen für Ihre Apotheke.

D wie Durchschnittsbestand

Das funktioniert dann am besten, wenn das Schaufenster und die Werbemaßnahmen in der Apotheke miteinander eine optische und inhaltliche Einheit bilden, also ein erkennbares Gesamtkonzept vorhanden ist. Hier ein Beispiel, wie das in der Praxis gut umsetzbar ist:

BWL-Grundlagen für Apotheker.

BWL-Lexikon für Apotheker

E wie effektiver Einkaufspreis: Der effektive Einkaufspreis ergibt sich aus dem Listeneinkaufspreis abzüglich dem Einkaufsrabatt.

H wie Handelsspanne: Die Handelsspanne (auch Marge) gibt an, wie viel Prozent vom Nettoumsatz (nach Abschlägen und Preisnachlässen ohne Mehrwertsteuer) auf den Rohertrag entfallen. Im Durchschnitt liegt die Handelsspanne mittlerweile unter 27 Prozent vom Nettoumsatz. Bei einer Handelsspanne von 27 Prozent müssen 100 Euro Mehrkosten 370 Euro Nettoumsatz (ohne Mehrwertsteuer) bringen, damit sich die zusätzlichen Kosten amortisieren. Bei einer Handelsspanne von 25 Prozent sind sogar 400 Euro zusätzliche Nettoumsätze erforderlich.

Die wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und Begriffe

K wie Kontokorrent: Kontokorrent ist keine betriebswirtschaftliche Kennzahl im eigentlichen Sinne, gehört aber dennoch zu den wichtigen BWL-Grundlagen: Es handelt sich dabei um das Geschäftskonto bei einer Bank, über das alle Zahlungen (Umsatz, Wareneinkauf, Personalkosten etc.) laufen. Wird dieses Konto überzogen, räumt die Bank einen Kontokorrentkredit bis zur Höhe des vereinbarten Limits ein. Wird das Konto noch weiter überzogen, kann bis zu der Grenze der „geduldeten Überziehung“ noch mehr Fremdkapital in Anspruch genommen werden. Jedoch fallen dann sehr hohe Überziehungszinsen an. Generell liegen die Kontokorrentzinsen über dem Niveau von langfristigen Darlehenszinsen. Deshalb ist der Kontokorrentkredit nur zur Abdeckung kurzfristiger Liquiditätsengpässe sinnvoll.

M wie Mehrverkauf: Diese betriebswirtschaftliche Kennzahl umfasst den Mehrverkauf nach einer Preissenkung. Damit rückt die Frage in den Fokus: Wie viele Packungen müssen zusätzlich verkauft werden, um eine Preissenkung um 10 Prozent zu kompensieren? Um eine Preissenkung von 10 Prozent zu kompensieren, muss die Absatzmenge demnach um 33 Prozent steigen.

BWL-Grundlagen für Apotheker - E bis O

BWL-Grundlagen: Für was steht OTC?

O wie OTC

OTC steht für over the counter („über den Verkaufstresen“) und umfasst die vom Kunden aus eigener Tasche zu bezahlenden rezeptfreien Arzneimittel (freiverkäufliche und apothekenpflichtige Arzneimittel). Eine durchschnittliche Apotheke gibt pro Jahr etwa 28.000 OTC-Packungen zu einem Durchschnittspreis von 7,30 Euro ab. Der Stücknutzen liegt bei etwa 3,28 Euro.

Beachten Sie für die OTC–Kalkulation folgende Faustformel:

Bei preisempfindlichen OTC-Produkten: Verkaufspreis = Effektiver Einkaufspreis mal 1,5.

Für alle anderen OTC-Produkte: Verkaufspreis = Effektiver Einkaufspreis mal 2.

R wie Rx: Rx ist eine Abkürzung für verschreibungspflichtige Arzneimittel, die jeder im Apotheken-Team kennen sollte. Eine durchschnittliche Apotheke gibt pro Jahr etwa 32.000 Rx-Packungen ab. Der Durchschnittswert pro Rx-Packung liegt bei 37 Euro (ohne MwSt.). Der Stücknutzen liegt bei etwa 8,15 Euro, die Handelsspanne bei 22 Prozent.

S wie Sichtwahl: Die Sichtwahl umfasst rezeptfreie, apothekenpflichtige Arzneimittel. Diese dürfen nur von pharmazeutischem Personal abgegeben werden (keine Selbstbedienung). Während der Passant das Schaufenster innerhalb eines maximalen Zeitraums von sieben Sekunden quasi scannt, betrachtet der Apothekenkunde die Sichtwahl intensiv bis zu 30 Sekunden. Befragungen ergaben, dass viele Kunden die Schaufensterdekoration primär nicht wahrnehmen, sich aber an Produkte in der Sichtwahl erinnern.

W wie Wareneinsatz:Der Wareneinsatz ergibt sich aus der Anzahl der abgegebenen Packungen bewertet mit dem effektiven Einstandspreis (ohne Mehrwertsteuer, nach Abzug von Einkaufsrabatten) – und gehört damit zweifelsohne zu den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, die Sie sich merken sollten. Den Wareneinsatz berechnen Sie nachfolgender Formel:

Anfragebestand laut Inventur zum Monatsanfang
+ Wareneinkauf
(ohne Mehrwertsteuer, nach Abzug der Rabatte)
- Endbestand laut Inventur zum Monatsende
__________________________________________
= Wareneinsatz


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