Rubrik: VERMISCHTES; Autor: Silke Heerklotz-Krämer; Ausgabe: 07/08-2011
Immer mehr Apotheken entdecken Facebook, Twitter und Co, um dort gezielt Informationen über Gesundheitsthemen zu „posten“. Eine gute PR für die dort vertretenen Apotheken, meinen diejenigen, die in Online-Netzwerken zuhause sind. Nur etwas für Internetfreaks, kontern die anderen. Was stimmt?
Wer sich in Online-Netzwerken engagiert, darf nicht den schnellen Erfolg erwarten. Grundsätzlich unterstützen Web 2.0-Aktivitäten eher den Aufbau der eigenen Marke als den Umsatz. Hier geht es um gezielte Kundenbindung, die Schärfung des Apothekenprofils oder darum, das regionale Engagement der Apotheke zu dokumentieren. Die Devise „Think global act local“ gilt heute mehr denn je für das Web 2.0. Wer diese Online-Vernetzung als Marketing- und PR-Maßnahme nutzt, gewinnt bei den Kunden an Profil und Glaubwürdigkeit.
Abgucken nein – von anderen lernen ja
Viele glauben, sie müssten bei den diversen Netzwerken registriert sein, um überhaupt eine Ahnung davon zu erhalten, wie diese Netzwerke intern funktionieren. Das stimmt so nicht. Über Suchmaschinen wie Google ist immer ein Hintertürchen offen, um sich unbemerkt umzuschauen. Hier gibt man beispielsweise ein entsprechendes Stichwort, einen bekannten Netzwerknamen oder die Branche ein, die einen interessiert.
Um die Attraktivität einer Facebook-Seite festzustellen, genügt ein Blick auf die Zahl der dort registrierten Fans. Eine hohe Fan-Zahl zeigt, welche Seiten im sozialen Netz erfolgreich mitmischen. Ein Apotheken-Auftritt mit mehr als 1000 Fans ist auf jeden Fall tagesaktiv und ausgesprochen gut vernetzt. Wer die 300er Marke übersteigt, gehört bereits zu den erfolgreichen Netzwerkern. Die Anzahl der registrierten Fans auf Facebook ist eine sinnvolle Orientierung, um die Resonanz der eigenen Online-Strategie zu überprüfen. Letztlich ist die Qualität der Kontakte aber immer höher zu bewerten als die Quantität.
Das sollte man auf Facebook & Co. beachten
Es gibt nicht eine Strategie zum Erfolg in sozialen Netzwerken – nicht einmal innerhalb derselben Branche. Ein sehr individuelles und tragfähiges Profil ist hier gefragt. Kopierer und Zauderer fallen sehr schnell durchs Netz.
Relevant ist das, was die Nutzer interessiert. Irrelevant ist dagegen, was nur einen selbst oder die Mitarbeiter interessiert. Wer mehrfach Mitteilungen oder Infos postet, die im Netz verpuffen, verliert schnell seine Beliebtheit.
Qualität geht vor Quantität. Lieber mit weniger Fans zufrieden sein, die sich aktiv einbringen und die man mittelfristig als Kunden gewinnen kann, als nur auf die große Zahl derer zu schielen, die sich einmalig als Fan eingetragen haben.
Soziale Netzwerke sind keine Selbstläufer, sondern Teil eines Gesamtplans, Kunden anzusprechen. Wer den heimischen Handballverein unterstützt oder sich für kulturelle und soziale Initiativen stark macht, findet in Online-Netzwerken die richtige Plattform, sich zum Thema aktiv und nicht nur als Sponsoring-Partner einzubringen.
Den richtigen Stil und die richtigen Themen finden ist wichtig. Mit Gesundheitsthemen hat man schon ein echtes Ass im Ärmel, denn diese interessieren viele User. Der persönliche Stil und die Kompetenz, die vermittelt werden, stehen im Vordergrund. Ebenso haben vor allem regionale Themen hier einen guten Platz.
Strategie klären
Wer soll angesprochen werden? Welche Infos sind für diese Zielgruppe wichtig und wie oft sollen und können Mitteilungen gepostet werden?
Mitarbeiter einbinden
Das bedeutet, diese zu Fan-Beauftragten machen, um die Facebook-Seite regelmäßig zu aktualisieren und Mitteilungen zu posten.
Apothekenprofil einrichten
Das sollte man sich von jemand machen lassen, der damit Erfahrung hat oder Online-Fachmann ist. Es gibt zwar genaue Anleitungen, aber auch etliche Optionen und Tools, die man besser genau unter die Lupe nimmt.
Themen und Informationen festlegen
Hierfür eignen sich Aktionen, Events, Themenwochen, spezielle sowie saisonale Gesundheitstipps, aber auch Meinungen und aktuelle Diskussionen.
Turnus abstimmen
Wie oft sollen neue Mitteilungen gepostet werden? Wöchentliche Beiträge sind sinnvoll, denn Seiten, auf denen nichts passiert, werden schnell ignoriert.
Zeitaufwand richtig einschätzen
30 bis 60 Minuten wöchentlich sind bei Facebook schnell erreicht, wenn man nur einigermaßen aktuell sein will. Profis sprechen mittlerweile davon, dass man pro Tag mit mindestens einer halben Stunde „Facebook-Zeit“ rechnen muss, um interessant zu bleiben.