Super-Markt - super Start
Apotheke im Kaufland Bietigheim-Bissingen

22. September 2011

Nur wenige Menschen können von sich behaupten, eine Referenz-Apotheke gebaut zu haben. Alois Sterr kann es. Wenn heute eine Neukonzession für eine Apotheke in einem Kaufland-Markt vergeben wird, empfiehlt die Geschäftsführung den Herzblut-Apotheker in Bietigheim-Bissingen zu besuchen.

Apotheker Sterr (rechts) verbringt täglich jede Minute, die es ihm möglich ist, in der Offizin. Hier kann er seiner liebsten Tätigkeit nachgehen: Kunden beraten.

Apotheker Sterr (rechts) verbringt täglich jede Minute, die es ihm möglich ist, in der Offizin. Hier kann er seiner liebsten Tätigkeit nachgehen: Kunden beraten.

Mit ihrem Einkaufswagen stehen Petra und Alois Sterr an der Supermarktkasse. Gespannt beobachten sie die Umstehenden, prüfen, wo deren Blicke hinwandern. Das Apotheker-Ehepaar zahlt und schiebt den beladenen Wagen vorbei an einer Glasfront, die sich direkt gegenüber den fünf Kassen im Kaufland-Markt von Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart befindet. Dabei achten die beiden genau darauf, was sie tun, während sie in Richtung Parkplatz laufen. So geschehen zur Jahresmitte 2007. Noch befindet sich hinter der Glasfront eine leere Ladenfläche. Eine Ladenfläche, auf der das Ehepaar Sterr bald seine dritte und größte Apotheke eröffnen will.

Gefahr? Nein, Chance! 

Alois Sterr (58) ist bis dato der Innenstadt-Apotheker von Bietigheim-Bissingen. Er betreibt seit 1996 die Apotheke am Unteren Tor und seit 2004 die Apotheke beim Rathaus, die älteste Landapotheke in Baden-Württemberg. Seine Frau Petra (48) übernimmt vor allem administrative Aufgaben. Als Apotheker Sterr davon hört, dass im ebenfalls zentral gelegenen Kaufland eine neue Apotheke angesiedelt werden soll, ist er wegen der möglichen Konkurrenzsituation alarmiert. Doch zugleich erkennen seine Frau und er die Chance, auf die sie so lange gewartet haben. Sie bewerben sich um die Fläche. Und erhalten den Zuschlag.

„Als wir die Räume hier zum ersten Mal gesehen haben, war das wie die Erfüllung unserer Träume“, sagt Apotheker Sterr. „Weil wir in unseren Apotheken in der Altstadt ein massives Platzproblem hatten, waren wir zu dieser Zeit kurz davor, weitere Büroräume anzumieten. Hier bot sich uns plötzlich die Lösung. Und mit ihr Platz genug für ein großzügiges Lager, Büros, Besprechungs- und Seminarräume oder das angegliederte Kosmetikstudio, das wir vor etwa zwei Jahren hier aufgebaut haben.“

Petra und Alois Sterr.

Petra und Alois Sterr.

Bilder machen Lust, die Offizin zu betreten 

Im Kaufland mieten Petra und Alois Sterr auf zwei Etagen eine Fläche von 800 Quadratmetern. Im März 2007 beginnen die Planungen. Gemeinsam mit ihrer Innenarchitektin Birgit Nicolay überlegen sie nun, wie sie Kunden in die Apotheke locken, die eigentlich gerade voll bepackt und womöglich hungrig vom Lebensmitteleinkauf kommen.

Die Lösung: große Fotos, die Emotionen wecken und Botschaften tragen. Deshalb hängt zum Beispiel zwischen den Produkten der Naturkosmetik ein Bild, auf dem eine junge Frau in Wellnessambiente zu sehen ist. Hinter dem HV der Phytothek sieht man – schon von den Kassen des Kaufland-Marktes aus – ein kräftig grünes Foto mit jungen Pflanzentrieben. Die Bilder sollen den Kaufland-Kunden schon vom weitem zeigen, was sie erwartet. Und sie sollen Lust machen, die Offizin zu betreten.

„Wir haben uns damals ganz bewusst in die Lage der Kunden hineinversetzt“, erzählt Petra Sterr. „Wir haben uns in den Einkaufsstraßen in Stuttgart genau umgesehen und überlegt: Was bewegt mich in dieses Geschäft hinein zu gehen und nicht etwa in dieses? Unsere Erkenntnisse habe wir dann hier umgesetzt.“

Vorbild Sterr-Apotheken

Und zwar so gut umgesetzt, dass die Geschäftsführung von Kaufland Neukonzessionierer zu Petra und Alois Sterr schickt. Hier sollen sie sich Anregungen holen. Dabei hat das Ehepaar Sterr von Anfang an seine eigenen Vorstellungen umgesetzt und sich nicht an den Konzepten der Warenhandelskette orientiert. „Bei uns gibt es zum Beispiel keine Rabatte. Wir setzen voll auf sehr guten Service und eine sehr gute Beratung“, erklärt Apotheker Sterr seine Philosophie.

Deshalb gebe es für eine erfolgreiche Apotheke etwas viel wichtigeres als ein durchdachtes Raumkonzept: „Gut ausgebildete, kompetente und herzliche Mitarbeiter sowie ein Team, das sich selbst als Dienstleister begreift“, so Apotheker Sterr. Seine PTAs und PKAs seien der Hauptgrund, warum die Menschen gerne in seine Apotheke kommen. Sie hätten es geschafft, nach drei Jahren die Kundenfrequenz um 100 Prozent zu steigern. Es lohnt sich also, sich die Apotheke im Kaufland in Bietigheim-Bissingen einmal genau anschauen.

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